Soziales Lernen

  
In Zeiten, in den durch Schulzeitverkürzung, Lernstandserhebungen, Prüfungen und Zentralabitur das Streben nach Leistung immer mehr gefördert wird, sollte auch Zeit für das soziale Miteinander bleiben. Daher setzt das IKG in seiner Jahresplanung bewusst auf Projekte zum Sozialen Lernen.


Kennlernen und Fahrten

In den 5. Klassen gibt es schon immer eine Einführungswoche, in der sich die Klassen zusammenfinden und der neue Lernort kennengelernt wird. Damit die neue Klassengemeinschaft richtig zusammenwächst, findet in der Klasse 6 eine Klassenfahrt statt, die einen abenteuerpädagogischen Schwerpunkt hat. Das bedeutet, dass aus der Klasse, beispielsweise bei gemeinsamen Kletterabenteuern im Hochseilgarten oder einer aufregenden Kanutour, eine richtige Klassengemeinschaft wachsen kann. Die von dem Team um Frau Ruhfus betreute Skifreizeit (Klasse 9) nach Jochgrimm fördert seit Jahrzehnten das Kennenlernen und die Gemeinschaft innerhalb der gesamten Stufe, da sich der Klassenverband in der Oberstufe auflöst. Auch die Stufenfahrt in der Oberstufe erfüllt diesen Zweck.


Projekttage zum Sozialen Lernen

Immer in der Woche nach den Halbjahreszeugnissen finden für die Klassen 7 und 8 und vor den Sommerferien für die Stufe 6 und 9 jeweils zwei Projekttage zum Sozialen Lernen statt. Hier steht das soziale Miteinander im Vordergrund. Die Schüler erarbeiten anhand von Filmen, Computerrecherche oder Rollenspielen unter Anleitung des Klassenlehrers Themen wie Freundschaft, Mobbing, Gewalt und Drogen. In der Stufe 6 stellen sich die Jugendkontaktbeamten vor und sprechen mit den Schülern über Straftaten und illegale Drogen. Außerdem kommt das "Fairmobil" des Jugendrotkreuz zum Einsatz, bei dem die Klasse gemeinsam Aufgaben bestehen und sich auch mit Cybermobbing und virtuellen Gefahren auseinandersetzen muss.

Während der Projekttage erhalten die Schüler ergänzende Informationen zu den suchtspezifischen Themen, die in den Fächern Biologie, Politik und Religion behandelt wurden. In der Stufe 6 werden im Biologieunterricht die Gefahren des Rauchens thematisiert. Der suchtspezifische Schwerpunkt in der Stufe 7 ist "Alkohol", in der Stufe 8 "Cannabis" und in der Stufe 9 "Partydrogen, Computersucht und Essstörungen".
In der Klasse 7 durchlaufen die SchülerInnen einen Parcours des "Body&Grips-Mobil" des Jugendrotkreuz zum Thema "Gesundheit" und "fairer Umgang".


Konzept zur Sucht- und Gewaltprävention

Das IKG setzt auf Sucht- und Gewaltprävention und hat daher folgendes Konzept zur Präventionsarbeit erarbeitet (Stand 2015).

Jahrgang Suchtspezifisches Thema Baustein zum sozialen Lernen Organisationsform und leitendes Fach Weitere Projekte zum sozialen Lernen
5 --- - Ich und meine neue Gruppe

- Gefühle

=> Problem Cybermobbing
- Klassenleiterstunde (durch Klassenlehrerteam) / Deutschlehrer

- Besuch des Theaterstückes Momo reloaded in Klasse 5 bzw. 6 alle zwei Jahre (1 Tag mit Nachbesprechung durch Klassenlehrer)
- Kennlerntage
6 - Rauchen - Selbst-vertrauen

- Agieren in der Gruppe

=> Problem Cybermobbing
- Unterrichtsreihe zum Rauchen (Biologie)

- erlebnis-pädagogische Klassenfahrt zu Beginn des Schuljahres (Klassenlehrer)

- 1 Projekttag Fair-Mobil (Jugendrotkreuz) zum Halbjahreswechsel + Doppelstunde: rechtliche Informationen durch die Jucops (beides unter Aufsicht des Klassenlehrerteams) + Einweisung durch die Medienscouts (2 Stunden) (Zeitpunkt: Halbjahreswechsel)
 
7 - Alkohol - Freunde

- Mobbing
- Unterrichtsreihe zum Alkohol (Religion/PP)

- 1,5 Projekttage (durch Klassenlehrer) und ½ Tag Body-Grips-Mobil (Jugendrotkreuz) unter Aufsicht des Klassenlehrerteams (Zeitpunkt: Halbjahreswechsel)
- 2 Projekttage zum Sexualaufklärung/AIDS-Prävention (Referentengruppe um Isabell Hammer) (Zeitpunkt: vor Beginn der Sommerferien)
8 - Cannabis (Marihuana, Haschisch) - Lust an Gewalt und andere Versuchungen - Unterrichtsreihe zu illegalen Drogen (Politik)

- 1 Projekttag (durch Klassenlehrerteam) und ein Projekttag Klassentheaterstück durch das Theater Dortmund (Zeitpunkt: Halbjahreswechsel)
 
9 - Essstörungen (u.a. Bulimie, Magersucht)

- Computersucht

- Komasaufen

- Partydrogen: u.a. Ecstasy
- Gewohn-heiten / Süchte

- Entschei-dungen treffen

- Mein Bild von meinem Körper

(-mein Leben planen)
- Unterrichtsreihe zu Suchterkrankungen / Essstörungen (Biologie)

- 2 Projekttage (Klassenlehrerteam) => dabei 2h Gespräch mit Mitarbeiter der Suchtberatung, der Suchtkranke betreut (Zeitpunkt: kurz vor den Sommerferien)
- Skifahrt nach Jochgrimm


Beratung bei Problemen

Das Team "Soziales Lernen" steht aber auch bei akuten Suchtproblemen mit Rat und Tat zur Seite und kann den Kontakt zu Beratungsstellen vermitteln. Im Team sind im Augenblick: Herr Franck, Frau Gieseler, Herr Husmann, Herr Wulff und Herr Vierschilling.
Bei Problemen aller Art können außerdem unsere Beratungslehrer Frau Buchgeister-Reimann und Herr Vierschilling sowie unser Schulsozialarbeiter Herr Koch Unterstützung leisten.
Bei Problemen zwischen Schülern und Lehrern vermitteln die SV-Lehrer Frau Buchgeister-Reimann und Herr Kranz.


Sexualaufklärung und AIDS-Prävention

Ein weiterer Baustein zum Sozialen Lernen ist die Sexualaufklärung. Wegen der neuen Kernlehrpläne Biologie kann der Aufklärungsunterricht nur noch in der Klasse 9 und, wenn überhaupt, dann stark verkürzt in der Stufe 6 stattfinden. Das ist nach unserer Meinung angesichts der steigenden Zahlen von Teenagerschwangerschaften und der wachsenden HIV-Neuinfektionsrate bei Jugendlichen unverantwortlich. Daher hat das IKG beschlossen, am Ende der Jahrgangsstufe 7 zwei Projekttage für diese wichtigen Themen anzusetzen. Im letzten Jahr 2009 haben diese Projekttage nach einem Modellversuch zum ersten Mal für alle siebten Klassen in der Jugendfreizeitstätte Brackel stattgefunden. Drei in dem Bereich ausgebildete Pädagogen führten die beiden Projekttage mit der Klasse durch. Anhand eines Zeichentrickfilmes und verschiedenen Spielen wurde in das Thema eingeführt. In selbst gewählten Kleingruppen wurden die Schüler dann an das Themen wie "Verhütung" und "Geschlechtskrankheiten" herangeführt und konnten anonym Fragen stellen, die sie sich vielleicht nicht den Biologielehrer zu fragen trauen würden. Unter dem Motto "Typisch Mann, typisch Frau" wurden in Rollenspielen Geschlechterklischees spielerisch herausgestellt und kritisch reflektiert. Fragen zur Organisation dieser Projekttage beantworten Frau Braun und Herr Husmann.


IKG im Dialog

Die Vortragsreihe "IKG im Dialog" befasst sich mit wichtigen gesellschaftlichen Themen. In der Vergangenheit gab es bereits interessante Vorträge zu Themen wie "Gewalt und Computerspiele" oder "Jugendschutz/Jugendmedienschutz", die von externen Referenten gehalten wurden. Weitere interessante Vorträge und Diskussionsabende sind geplant. Geplant sind auch Vorträge über illegale Drogen und Suchtprävention.
Ansprechpartner sind Herr Dr. Stäcker und Herr Husmann.


Björn Husmann



Artikel zu den Projekttagen zum sozialen Lernen 2016