Pädagogik

    Titel
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Allgemeine Informationen zum Fach

Dieses Fach - auch unter der Bezeichnung Erziehungswissenschaft (EW) bekannt - ist eines der wenigen neu einsetzenden Fächer in der Oberstufe und gehört zum gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld. Es kann als Leistungskurs oder Grundkurs belegt werden.


Paedagogik01
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Womit beschäftigt sich diese Wissenschaft?

In diesem Fach wird deutlich gemacht, dass jeder einzelne auf Erziehung und Bildung angewiesen ist. Aufgrund der Erziehungsbedürftigkeit und -fähigkeit des Menschen sollen erzieherische Grundfragen, auch bezogen auf sich selbst, durchleuchtet werden. Da der Mensch ein 'kompliziertes' Wesen ist, sind auch andere Wissenschaften (z.B.: Psychologie oder Soziologie) erforderlich, um die Zusammenhänge zu verstehen.
Von alltägliche Erziehungssituationen und deren Deutungen ausgehend werden größere Zusammenhänge und allgemeinere Theorien erarbeitet.
Um Missverständnissen aber gleich vorzubeugen, man lernt keinen Katalog von Maßnahmen oder erhält gar fertige Erziehungsrezepte, sondern es sollen Kenntnisse, die pädagogisches Handeln ermöglichen, vermittelt und Konsequenzen bewusst gemacht werden, die aus pädagogischem Handeln entstehen können. Man wird nicht zum Psychologen ausgebildet, erfährt aber eine Menge von der eigenen Psyche, von tiefenpsychologischen Vorgängen, von der Entwicklung des Kleinkindes bis zum Erwachsenen.
Pädagogik beschäftigt sich also mit Fragen nach den Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Denkens und Handelns im individuellen und gesellschaftlichen Zusammenhang.

Film zu den Inhalten



10 Gründe, das Fach Pädagogik (PU) zu wählen
  1. PU hat etwas mit dir und deinem Leben zu tun.
  2. Im PU denkst du über zentrale Fragen des Lebens nach.
  3. Im PU erwirbst du Kenntnisse aus den Bereichen Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie.
  4. Im PU lernst du, besser mit anderen Menschen klarzukommen und andere Menschen (und dich selbst!) besser zu verstehen.
  5. Im PU reflektierst du deine persönlichen Erfahrungen aus Familie, Schule, Jugendgruppen etc.
  6. Im PU wird theoretisch und praktisch gearbeitet, du erlernst viele methodische Fertigkeiten, die auch für andere Bereiche/Fächer sinnvoll sind.
  7. PU bereitet dich auf ein erzieherisches Berufsfeld vor.
  8. Im PU erwirbst du Wissen und Fähigkeiten, die du in allen Berufen anwenden kannst, in denen mit Menschen gearbeitet wird.
  9. PU bereitet dich auf mögliche Erziehungssituationen vor.
  10. Der PU erweitert deinen Wissenshorizont und soll dir Anregungen geben, dein Leben und deine Lebensumwelt humaner zu gestalten.
[Quelle: zitiert nach Heinz Dorlöchter]



Themen des Pädagogikunterrichts

Einführungsphase
  • Wahrnehmung und Reflexion von Erziehungssituationen und Erziehungsprozessen
  • Der Mensch zwischen Erziehung, Bildung, Sozialisation und Enkulturation
  • Lerntheorien und die Neurobiologie des Lernens
  • Pädagogischen Konsequenzen aus der Reflexion über Lernen

Qualifikationsphase 1
  • Entwicklung und Sozialisation in der Familie
  • Die Pädagogik Maria Montessoris
  • (nur LK) Sprachentwicklung und Bedeutung des Spiels nach Gerd E. Schäfer
  • Modell der kognitiven Entwicklung: Jean Piaget
  • Modelle zur psychosexuellen und psychosozialen Entwicklung: Sigmund Freud und Erik H. Erikson
  • Modelle zur Entwicklung im Jugendalter: Erik Erikson und Klaus Hurrelmann
  • (nur LK) Erziehung durch Medien und Medienerziehung
  • Rollenkonzepte: Parsons, Mead, (Goffman), Krappmann
  • Jugendkrisen: Gewalt und deviantes Verhalten
  • (nur LK) Systemische Beratung und Therapie am Beispiel jugendlicher Essstörungen

Qualifikationsphase 2
  • Historische und kulturelle Bedingtheit von Erziehungsprozessen
  • Erziehung im Nationalsozialismus
  • (nur LK) Die Perspektive der Gegner – Kurt Hahns Erlebnispädagogik oder die Edelweißpiraten oder das Dom Sierot des Janusz Korczak
  • Konzepte der Moralerziehung unter besonderer Berücksichtigung des Modells Kohlbergs zur Entwicklung moralischen Bewusstseins
  • Bildungs- und Schulpolitik
  • Interkulturelle Erziehung
  • Pädagogische Professionalisierung in Institutionen


Was Schüler rückblickend über das Fach Pädagogik sagen


Bericht 1

Ich habe Pädagogik gewählt, um etwas über die Erziehung zu erfahren. In dem Fach erfährt man hauptsächlich etwas über Erziehung und über die Jugend. Die meisten Dinge sind sehr interessant und manche Sachen kann man bei sich selbst oder bei anderen Personen beobachten. Man lernt viele Dinge, um Kinder "richtig" zu erziehen und merkt, dass diese im späteren Leben hilfreich sein können. Außerdem sind die verschiedenen Lerntheorien interessant, sowie das Thema "Entwicklung".

Insgesamt kann man sagen, dass das Fach sehr interessant ist und man es auch (später) in der Praxis anwenden kann. Allerdings ist es oftmals sehr anspruchsvoll, aber das ist nicht schlimm, da die meisten Themen und Theorien nicht "angweilig" sind und man sich somit zum Lernen motivieren kann. Viele Texte versteht man erst nach mehrmaligem Lesen. Wenn man sich für Erziehung und das Jugendalter interessiert und bereit ist, etwas zu tun, sollte man das Fach wählen.

Conrad


Bericht 2

Meine persönliche Einschätzung und Bewertung des Fachs Pädagogik und meine Erfahrungen während des Unterrichts:

Was lerne ich, wenn ich dieses Fach wähle?
Ich befasse mich zunächst mit verschiedensten Theorien von Pädagogen, Psychologen, Erziehungswissenschaftlern und Soziologen. Dabei lerne ich viel über den Menschen, seine Entwicklung aber auch über seine Identitätsbildung und die Suche nach dem wahren Ich.

Welche Vorraussetzungen sollte ich mitbringen, wenn ich dieses Fach wähle?
Meiner Meinung nach ist es essenziell offen zu sein für Neues. Jeder Theoretiker hat eine eigene Denkweise. Anfangs mag es einem schwierig fallen sich in die Sichtweise eines Theoretikers hineinzuversetzen, doch wenn man sich mit der Theorie vertraut macht, merkt man schnell, dass an jeder Theorie eine Menge Wahres dran ist, was einem auch im Alltag hilft, beispielsweise wie man Mitmenschen erzieht oder inwiefern man Menschen zu schnell in gewisse "Schubladen steckt".

Wie hilft mir dieses Fach im Alltag?
Wie eben schon erwähnt, lassen sich die meisten Theorien auf den Alltag anwenden. So erlangt man nach einer gewissen Zeit die Fähigkeit im Alltag ein Verhalten zu beobachten, was man sich durch das im Unterricht gelernte erschließen kann, wie zum Beispiel eine Identitätsverwirrung bei einem jugendlichen Jungen, der noch mit Barbie's spielt. Das Fach Pädagogik erleichtert es einem gewisse Situationen zu verstehen. Manchmal war ich selber überrascht als ich durch die Stadt ging, eine Situation mitbekam und plötzlich an eine eben in der Schule gelernte Theorie denken musste.

Macht das Fach Spaß?
Ganz klar: Ja! Das Fach ist anders als andere Fächer. Statt einfach etwas zu lernen, was man nicht überprüfen oder hinterfragen kann gibt es bei diesem Fach die Möglichkeit sich intensiv selber mit der Theorie auseinaderzusetzen. Zudem lernt man, die Theorie auf Beispiele anzuwenden, was zum einen Teil viel Spaß macht, zum anderen aber auch für Überraschungen sorgt.

Ich persönlich habe seit fast drei Jahren Pädagogik und würde dieses Fach jedem weiterempfehlen, der sich gerne mit Menschen befasst und dem es Freude bereitet das Gelernte sofort anzuwenden.

Maximilian


Bericht 3

Das Fach Pädagogik ist ab der Einführungsphase zu wählen und bietet eine große Vielfalt in vielen Bereichen. Dabei handelt es sich sowohl um positive als auch um negative Aspekte. Allgemein behandelt dieses Fach sehr viele verschiedene Theorien, welche auf hauptsächlich zwei verschiedenen Ebenen basieren, der kognitiven und der soziologischen Ebene. Interessant ist hierbei, dass es sich nicht nur um trockene Theorien handelt, welche man stundenlang auswendig lernt, sondern um Theorien, welche man allesamt auf seinen persönlichen Alltag anwenden kann. Einige kann man dazu schon direkt nach dem Erlernen anwenden, andere erklären alltägliche Situationen, wiederum andere helfen dabei, sich selbst kennen zu lernen und zu verstehen, und wiederum andere sind für die Zukunft nützlich, wenn man sich einmal selbst in der Rolle eines Erziehers befindet.
Da es sich jedoch um sehr viele Modelle und Theorien handelt, geht man zuerst davon aus, dass man viel auswendig lernen muss, jedoch ist dies ein Irrtum, denn um eine Theorie zu verstehen und zu erklären, benötigt man nur wenige Schlüsselbegriffe, wodurch einem das Erlernen einer Theorie sehr leicht fällt!
Problematisch wird es bei einigen Modellen eher dabei, diese zu verstehen, da einige sehr komplex und differenziert sind. Dennoch meint dies nicht, dass sämtliche Theorien schwer zu verstehen sind. Es handelt sich dabei lediglich um einige Elemente in hauptsächlich kognitiven Theorien.
Auf der anderen Seite lernt man dafür jedoch sehr viele Modelle kennen, welche ziemlich leicht zu verstehen und anzuwenden sind, wodurch insgesamt ein angenehmes Niveau vorliegt.
Ein großer Vorteil liegt im Bereich der Unterrichtsmethoden. Gruppenarbeiten liegen hier an der Tagesordnung. Dies führt natürlich zu einem sehr lockeren und interaktiven Unterricht. Zusätzlich ist anzuführen, dass dieses Fach hauptsächlich von Mädchen gewählt wird, aber dennoch meint dies nicht, dass dieses Fach für Jungs uninteressant ist, da man den gelernten Unterrichtsstoff als Junge genau so gut anwenden kann, wie als Mädchen.
Der Unterricht beginnt in der Regel mit dem Vergleich der Hausaufgaben. Danach bekommt man einen Text ausgehändigt, welcher dann meistens in Partner- oder Gruppenarbeit zu erledigen ist. Abschließend stellt man seine Ergebnisse in einer kleinen Präsentation vor, wodurch das Prinzip "Lernen durch Lehren" angewendet wird, welches nachweislich als sehr erfolgreich und spaßig angesehen wird.
Somit kann man zusammenfassend sagen: "Im Fach Pädagogik lernt man für's Leben."

Pascal


Bericht 4

Warum Pädagogik wählen? Welche Erwartungen hatte ich?
Ich hatte die Erwartung, dass sich der Pädagogikunterricht mit der Rolle des Erwachsenen für das Kind beschäftigt und dass man Kenntnisse aus der Erziehungswissenschaft erwirbt, die einem im späteren Leben oder in verschiedensten Situationen weiterhelfen, z.B. für das Erziehen von Kindern oder das leiten von Jugendgruppen.

Wurden die Erwartungen erfüllt?
Ja, die Erwartungen wurden erfüllt.
Im Pädagogikunterricht habe ich aus verschiedensten Bereichen gelernt, z.B. auch aus der Soziologie und der Psychologie. Ich habe durch die Theorie oder auch durch die Praxis (durch Rollenspiele etc.) gelernt, mich in unterschiedlichen Situationen korrekt zu verhalten, was mein Handeln gegenüber anderen Menschen verbessert hat.
Der Unterricht hat mir das Arbeiten mit Kindern und Jugendgruppen erleichtert und ermöglicht, besser mit Menschen klar zu kommen.

Pädagogik kann mehr!
Der Pädagogikunterricht leistet aber viel mehr, als jemanden nur aufs weitere Leben vorzubereiten und zu helfen, sich und andere besser zu verstehen: Die Pädagogik hat nämlich nicht nur etwas mit dem eigenen Leben, oder der eigenen Entwicklung zu tun, sondern auch mit dem Leben und der Entwicklung anderer.

Julian