Musik

Musikalisch-ästhetische Erziehung

In einer Zeit, in der fast alle Bereiche des täglichen Lebens von akustischen Reizen durchflutet wer­den scheint eine ästhetische Hörerziehung nötiger denn je. Musik ist allgegenwärtig – zu Hause, im Kaufhaus, in den Medien, auf Veranstaltungen und Konzerten oder im ständig mitgetragenen Walkman. Musikunterricht will auf die Chancen und Risiken dieses Musikkonsums hinweisen und unbekannte Felder von Musik erschließen.

Am Immanuel-Kant-Gymnasium wird der Musikunterricht in allen Jahrgängen durchgehend nach Lehrplan erteilt. Die Unter- und Mittelstufe verfügen über ein aktuelles Lehrwerk. Das bietet die Chance, den Musikkonsum kritisch zu hinterfragen und altersgemäß die musikalische Wirk­lichkeit in allen Dimensionen zu erschließen, sodass sich die Schülerinnen und Schüler verant­wortlich in ihr bewegen kön­nen. Die vier sogenannten Umgangsweisen im Musikunterricht: Sich über Musik informieren, Über Musik nachdenken, Musik hören, Musik machen (Richtlinien Musik Gymnasium SI, Düsseldorf 1993, S. 45) tragen neben der Ver­mittlung grundlegender Kenntnisse und Fähigkeiten zur Entwicklung einer mündigen Persönlich­keit bei, die über kulturelle Kompetenz verfügt und sich über ästheti­sches Empfinden sachkompe­tent äußern kann.

Musik hat viele Schnittpunkte zu anderen Fächern, sodass sich viele Möglichkeiten zum fachübergreifenden und fächerverbindenden Arbeiten anbie­ten. Die vielfältigen Arbeitsformen (a.a.O. S. 57), die der Musikunterricht unter stufenspezifischer Gewichtung in jede Jahrgangsstufe einbezieht, fördern über die kognitiv-instrumentale Dimension hinaus insbesondere die soziale Kompetenz, z.B. in Engagement, Verant­wortungsbereitschaft und Kooperation beim gemeinsamen Musizieren, aber auch Arbeitshaltungen wie Genauigkeit, Konzentration, Ausdauer, Neugier und Kreativität (vgl. ebd. S.18).

Zum Klassenmusizieren verfügt das Immanuel-Kant-Gymnasium neben einem Klassensatz Keyboards über ein aus­reichend großes Instrumentarium sowohl im akustischen als auch im elektroakustischen Bereich. Im Musikunterricht mit Streichinstrumenten bietet die Schule seit dem Schuljahr 1999/2000 in der Orientierungsstufe eine besondere Form des Musikunterrichts an. Die musikalischen Inhalte werden über das Erlernen eines Instrumentes vermittelt. Dazu verfügt die Schule über zwei Klassensätze Geigen, Bratschen Violoncelli und Kontrabässe, die den beteiligten Schülerinnen und Schülern als Leihinstrumente zur Verfügung gestellt werden.

Als musikalische Arbeitsgemeinschaften werden am Immanuel-Kant-Gymnasium Chor-AG, Orchester-AG/Schulorchester, Flöten-AG, Bläser-Ensemble-AG und verschiedene Bands angeboten. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern mit ihren unter­schiedlichen musikalischen Begabungen und Interessen Möglichkeiten, sich außerunterrichtlich zu engagieren und so zur Gestaltung des Schullebens beizutragen.

In den Jahrgangsstufen 11 bis 13 gibt es durchgehend Musikkurse, die es ermöglichen, die Belegung im Wahlpflichtbereich Musik – Kunst – Literatur durch das Fach Musik zu erfüllen. Neben den Vorgaben immer wieder das musikalische Grund- und Regelwissen aufzuarbeiten, zu erweitern, zusammenzufassen und anzuwenden, ein Methodenrepertoire zu erarbeiten und sich ein breitge­fächertes Hörrepertoire anzueignen, bieten die Oberstufenrichtlinien von 1999 den Kursteil­nehmerinnen und Kursteilnehmern vielfältige Möglichkeiten die Thematik und Unterrichtsge­genstände der Kursabschnitte mitzubestimmen. Alle vier Lernbereiche (LB): Musik gewinnt Ausdruck vor dem Hintergrund von Gestaltungsregeln (LB I), Musik erhält Bedeutung durch Interpretation (LB II), Musik hat geschichtlich sich verändernden Gehalt (LB III) und Musik wird zur Aussage durch Verwendungszusammenhänge (LB IV), werden in der Jahrgangsstufe 11, sowie in der Quali­fikationsphase mindestens einmal in das Zentrum des Arbeitens gestellt. Auf die Diskussion ästheti­scher Fragen wird durch die Richtlinien ein besonderer Akzent gelegt, da für jeden Kursabschnitt, übergreifend für alle gewählten inhaltlichen Schwerpunkte, eine ästhetische Leitidee formuliert wird (vgl. Richtlinien Musik. S II, Düsseldorf 1999, S. 9ff).

Neben der Vermittlung theoretischer Inhalte wird auch das eigene Musizieren, der kreative Umgang mit Musik, in die Oberstufenarbeit einbezogen. Während sich in der Unter- und Mittelstufe meist mehrere kurze Gestaltungsaufgaben anbieten, beschäftigt sich der Praxisanteil in der Oberstufe meist über mehrere Unterrichtsstunden mit einem Thema oder Werk.

Noch einmal vergrößert werden kann der Anteil des eigenen Musizierens in zusätzlichen instrumental- bzw. vokalprak­tischen Kursen, in denen Schülerinnen und Schüler einer oder mehrerer Jahrgangsstufen ein Jahr lang in einem eingegrenzten Bereich praktisch aber auch theoretisch arbeiten, um am Ende des Schuljah­res das Erarbeitete vorzuführen.

Neben der unterrichtlichen Vermittlung ästhetischer Inhalte gibt es am Immanuel-Kant-Gymnasium für einzelne Unterrichtsgruppen Gesprächskonzerte mit Komponisten „Neuer Musik“, in der die Schülerinnen und Schüler mit der weitgehend unbekannten zeitgenössischen Konzert­musikszene in Berührung kommen.

Über den Arbeitskreis Musiktheater werden Probenbesuche und Theaterführungen angeboten, in der Mittelstufe wird in der Regel ein Musicalbesuch durchgeführt, so dass die Schülerinnen und Schüler insgesamt vielfältige Anregungen erhalten, das Musikleben außerhalb der Schule kennenzulernen.

(für die Fachschaft Musik am IKG: Gerharda Kusber)